Aufbau einer Blitzschutzanlage
Eine Blitzschutzanlage besteht im Wesentlichen aus Fangeinrichtungen, Ableitungen und Erdungsanlage. Diese Bauteile müssen zusammenwirken, damit der Blitzstrom im Einschlagfall kontrolliert aufgenommen, sicher abgeleitet und in der Erde verteilt werden kann.
- Fangeinrichtungen
Die Fangeinrichtungen befinden sich am Dach oder an besonders gefährdeten Bereichen des Gebäudes. Sie sollen den Blitzstrom im Einschlagfall kontrolliert aufnehmen.
Dazu zählen zum Beispiel Fangstangen, Fangleitungen und geeignete metallische Bauteile, sofern diese fachgerecht eingebunden werden können. - Ableitungen
Die Ableitungen verbinden die Fangeinrichtungen mit der Erdungsanlage. Sie führen den Blitzstrom möglichst sicher vom Dachbereich zur Erde.
Ableitungen werden je nach Gebäude an der Fassade, an geeigneten Bauteilen oder entlang vorhandener Strukturen geführt. Dabei müssen Verlauf, Abstände, Befestigung und Anschlussstellen fachgerecht geplant und ausgeführt werden. - Erdungsanlage
Die Erdungsanlage nimmt den abgeleiteten Blitzstrom auf und verteilt ihn in der Erde. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil jeder funktionierenden Blitzschutzanlage.
Je nach Gebäude und Ausführung kommen unterschiedliche Erdungssysteme zum Einsatz, zum Beispiel Fundamenterder, Ringerder oder Tiefenerder. Bei Neubauten sollte die Erdungsanlage möglichst früh in der Planung berücksichtigt werden.
Warum der korrekte Aufbau wichtig ist
Eine Blitzschutzanlage schützt nicht durch einzelne Bauteile allein. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Fangeinrichtung, Ableitung, Erdungsanlage, Potentialausgleich und innerem Blitzschutz.
Nur wenn die Anlage fachgerecht geplant, normgerecht montiert, geprüft und dokumentiert wird, kann sie im Ernstfall ihre Schutzfunktion erfüllen.