Ein vollständiges Blitzschutzsystem besteht aus äußerem Blitzschutz und innerem Blitzschutz. Beide Bereiche müssen zusammen betrachtet werden, damit ein Gebäude und die darin befindlichen Personen, Anlagen und Geräte bestmöglich geschützt werden können.
Äußerer Blitzschutz
Der äußere Blitzschutz schützt das Gebäude vor direkten Blitzeinschlägen und den daraus entstehenden physikalischen Schäden. Dazu zählen vor allem Brandgefahr, mechanische Schäden am Gebäude und Gefahren für Personen.
Der äußere Blitzschutz besteht aus:
- Fangeinrichtungen
Diese sollen den Blitzstrom im Einschlagfall kontrolliert aufnehmen. - Ableitungen
Diese führen den Blitzstrom sicher vom Dach bzw. von der Fangeinrichtung zur Erdungsanlage. - Erdungsanlage
Diese verteilt den Blitzstrom in der Erde und bildet die Grundlage für ein funktionierendes Blitzschutzsystem.
Innerer Blitzschutz
Der innere Blitzschutz schützt elektrische und elektronische Anlagen vor gefährlichen Überspannungen. Diese können nicht nur durch einen direkten Blitzeinschlag entstehen, sondern auch durch Einschläge in der Umgebung oder über Leitungen in das Gebäude gelangen.
Zum inneren Blitzschutz gehören:
- Potentialausgleich
Leitfähige Teile und Systeme werden fachgerecht miteinander verbunden, damit gefährliche Spannungsunterschiede reduziert werden. - Überspannungsschutz
Blitzstrom- und Überspannungsableiter schützen elektrische Anlagen, Verteiler, Steuerungen und empfindliche Geräte.
- Warum beide Systeme wichtig sind
Ein äußerer Blitzschutz allein reicht nicht immer aus. Auch wenn der Blitzstrom kontrolliert zur Erde abgeleitet wird, können gefährliche Überspannungen in elektrische Anlagen gelangen.
Ein vollständiges Blitzschutzsystem berücksichtigt daher immer das Zusammenspiel aus Fangeinrichtungen, Ableitungen, Erdungsanlage, Potentialausgleich und Überspannungsschutz.
Nur wenn äußerer und innerer Blitzschutz fachgerecht geplant, montiert, geprüft und dokumentiert werden, kann die Anlage im Ernstfall ihre Schutzfunktion erfüllen.